Der "Kampf um die Herrschaft über die Ostsee" gehört zu den klassischen Themen der Nordeuropaforschung. Dennoch handelt es sich dabei nicht nur um einen Konflikt, der vorrangig Dänemark und Schweden betraf, sondern den Ostseeraum als Ganzes. Aus dem mehr als eineinhalb Jahrhunderte andauernden Kampf ging weder die schwedische noch die dänische Krone siegreich hervor. Vielmehr sah das beginnende 18. Jahrhundert zwei neue aufstrebende Ostseeanrainer, deren Aufstieg nachhaltige Folgen für die Geschichte des Ostseeraums und ganz Europas hatte.

Anhand älterer und neuerer Forschungsdebatten sollen sich die Teilnehmer am Seminar einen Einblick in die Geschichte des Ostseeraums im Zeitraum zwischen 1560 und 1721 erarbeiten. Aktive Teilnahme und die Übernahme von Kurzvorträgen werden vorausgesetzt.

Literatur zur Einführung: Robert I. Frost, The Northern Wars. War, State and Society in Northeastern Europe 1558-1721, Harlow u. a. 2007; Nils Erik Villstrand, Sveriges historia 4: 1600-1721, Stockholm 2011; Michael Roberts, The swedish militäry experience 1560-1718, Cambridge u. a. 1989. Michael Bregnsbo u. Kurt Villads Jensen, Det danske imperium. Storhed og fald, Kopenhagen 2005.