Die Übung spannt den Bogen von der frühen Verankerung der Wehrwesens in der schwedischen Gesellschaft über die Institutionalisierung des Heerwesens im 17. Jahrhundert bis hin zur Aufhebung des Einteilungswerkes und der Einführung einer Allgemeinen Wehrpflicht vor dem Ersten Weltkrieg. Im letzten Jahrhundert hatte sich Schweden "im Takt der Zeit mal auf- und abgerüstet", wie sich Åke Sagrén, der Chef des Heeres ausdrückte, um sich den äußeren Bedrohungslagen anzupassen, jedoch ohne den großen Verteidigungsbündnissen anzugehören. Das beginnende 21. Jahrhundert sah das Ende der Wehrpflicht in Schweden aber ebenso eine sich intensivierende gesellschaftliche Debatte um Rüstung, Neutralität und NATO-Beitritt.

Im Seminar soll dem Bedeutungswandel des Militärs in Schweden über fast fünf Jahrhunderte nachgespürt werden. Dabei gilt es, den Gründe für den Aufstieg und den Fall des schwedischen Militärstaates nachzugehen. Thematisiert werden ebenso die These einer nunmehr 200jährigen "traditionellen" Neutralität Schwedens und die jüngste Verteidigungsdebatte in der schwedischen Gesellschaft.

Literatur zur Einführung: Lars Ericson, Svenska knektar. Indelta soldater, ryttare och båtsmän i krig och fred, 2Lund 2002; Bertil Nelsson, Från Brunkeberg till Nordanvind. 500 år med svenskt infanteri, Stockholm 1993; Michael Busch, Absolutismus und Heeresreform. Schwedens Militär am Ende des 17. Jahrhundert, Bochum 2000.