Logik wird im Philosophiestudium unter anderem vermittelt, um die Gestaltung und Analyse von Argumentationen zu unterstützen. Dabei wird häufig von verschiedenen Seiten hinterfragt, ob dieses Ziel tatsächlich erreicht wird. Gerade bei einer formalen Logikausbildung wird der Nutzen für den philosophischen Gebrauch gern bestritten. Obwohl die logische Propädeutik in Greifswald sich bereits stark an der gebrauchssprachlichen Argumentationspraxis orientiert, werden auch hier häufig Vorwürfe laut, die Logik hätte doch letztlich wenig bis gar nichts mit dem alltäglichen Argumentieren zu tun. Mancher sieht hier Bedarf nach einer Alternative, die sich mit dem >richtigen< Argumentieren beschäftigt.

 

Auftritt: Informelle Logik. Was wäre, wenn man gute von schlechten Argumenten unterscheiden könnte, ohne sich mit Formeln und Beweisen abmühen zu müssen? Historisch entstand die informelle Logik ausdrücklich als Gegenprogramm zu der als praxisfern wahrgenommenen formalen Logik. Sie will ohne Einsatz formaler Mittel Werkzeuge zur Analyse und Konstruktion von Argumentationen liefern. So werden etwa Klassifikationen von informellen Fehlschlüssen angeboten (z.B. 'fallacy of begging the question', 'ad hominem fallacy'), welche angewendet werden sollen, um argumentatives Fehlverhalten als solches zu markieren.

 

Im Seminar sollen zunächst Grundlagen der informellen Logik erarbeitet werden, um sie anschließend einer kritischen Überprüfung zu unterziehen: Wird hier tatsächlich eine alternative zu vergleichbaren formalen Werkzeugen bereitgestellt? Weiterhin soll die informelle Logik als Steinbruch dienen, um die in der logischen Propädeutik erworbenen Fähigkeiten auszubauen, etwa was die Analyse von nicht-deduktiven Argumentationen angeht.

Als eine wesentliche Seminargrundlage wird das Buch „Attacking Faulty Reasoning – A Practical Guide to Fallacy-Free Arguments“ von T. Edward Damer (6. Edition) dienen. Die Anschaffung dieses Werkes vor Beginn des Semesters wird empfohlen.