Spätestens seit dem Visual Turn sind Bilder nicht mehr nur Illustration oder suggestive Textergänzung einer traditionellen Geschichtsdidaktik, sondern rücken über ihren Abbildcharakter hinaus als Kommunikationsmittel und Wahrnehmungsanleitung in den Fokus der Geschichtswissenschaft. Bevor wir an konkreten Beispielen aus dem 19. und 20. Jahrhundert durch ihren Entstehungs- und Wirkungszusammenhang erarbeiten, wie Bilder Blick- und Interpretationsweisen konstituieren, nähern wir uns dem Visual Turn durch die Lektüre theoretischer Texte des 21. Jahrhunderts und ihrer klassischen Vorläufer aus dem frühen 20. Jahrhundert an. Themen der anschließend vorgestellten und analysierten Bilderreigen werden Inszenierungen von Politik-, Wirtschafts- und Militärgeschichte(n), aber auch Perspektiven von und auf Kolonialismus oder Gender Studies sein.