In diesem Seminar werden die wichtigsten politischen, wirtschaftlichen, sozialen und religiösen Entwicklungen im Hanseraum im 16. und 17. Jahrhundert besprochen. Obwohl diese Epoche manchmal als eine Zeit des Niedergangs bewertet wird, blühten Hansestädte wie Hamburg, Danzig und Riga genau in diesem Zeitraum auf und es gelang den hansischen Kaufleuten und Seefahrern, sich an der Schifffahrt mit neuen Gütern und Handelsregionen zu beteiligen. In mehreren Hansestädten wurde die Reformation eingeführt, was zum Beispiel in Lübeck auch soziale Konsequenzen hatte, und der Städtebund versuchte, sich unter anderem mit der Schaffung des Amtes eines Syndikus neu zu organisieren. Gleichzeitig änderten die Bildung von starken Staaten bzw. Territorien im Hanseraum, die überseeische Expansion und die Dominanz ihrer niederländischen Handelskonkurrenten immer mehr den Kontext, in dem Kaufleute, Schiffsführer, sonstige Seeleute und hansische Politiker in der Neuzeit operieren mussten.