Bereits im 18. Jahrhundert setzte ein großes Interesse für die Beziehungen zwischen Musik und Malerei ein, das im 19. Jahrhundert durch die Orientierung der romantischen Literatur an der Musik noch verstärkt wurde. Insofern ist ein kein Wunder, dass zahlreiche Komponisten und bildende Künstler auf die jeweils andere Kunst Bezug nahmen, sie durch ihr eigenes Medium wiederzugeben versuchten oder die Verbindung als Innovationspotential nutzten. Im rezeptionsgeschichtlichen Rahmen des 19. Jahrhunderts entstanden somit (Landschafts-)Malerei-bezogene Tondichtungen und Programmmusiken der Neudeutschen Schule um Franz Liszt, aber auch national oder medial-ästhetisch konturierte Verbindungen wie um den finnischen Kullervo-Mythos bei Jean Sibelius und Akseli Gallen-Kallela. Parallel dazu setzten bildende Künstler Komponisten und Ausführende ins Bild. Im Seminar sollen die verschiedenen Bezugsmöglichkeiten zwischen Musik und bildender Kunst an ausgesuchten Beispielen diskutiert werden.

 

Monika Fink, Musik nach Bildern: programmbezogenes Komponieren im 19. und 20. Jahrhundert, Innsbruck 1988.

Andrea Gottdang, Vorbild Musik: die Geschichte einer Idee in der Malerei im deutschsprachigen Raum 1780-1915, München 2004.

Elisabeth Schmierer/Susanne Fontaine/Werner Grünzweig/Matthias Brzoska (Hg.), Töne Farben Formen. Über Musik und die bildenden Künste, Laaber 1995.

Peter Vergo, The music of painting: music, modernism, and the visual arts from the romantics to John Cage, London 2010.