Im Seminar werden wir uns sowohl historisch als auch systematisch mit verschiedenen Formen der Beeinflussung jenseits oder am Rande unserer Rationalität auseinandersetzen. Bereits in Aristoteles' Rhetorik wird deutlich, dass wir nicht nur durch Ethos und Logos sondern auch emotional durch Pathos überzeugt werden können. Cicero und Machiavelli knüpften an diesen Gedanken an und schilderten ein Lenken der Massen durch die Erregung der Gefühle der Zuhörenden mit Hilfe von Pathos. In jüngerer Zeit lieferten Erkenntnisse aus der Verhaltenspsychologie die Grundlage für intensive Diskussionen um die Konditionier- und Lenkbarkeit sowohl von Individuen (z.B. durch Verhaltenstechnologien bei Skinner) als auch von Gruppen (z.B. durch neuartige Formen der Werbung bei Bernays). Aus systematischer Perspektive spielen hierbei besonders Begriffe der Rationalität und Freiheit sowie Vorstellungen über das Menschenbild eine Rolle.

Das Seminar ist als Ergänzung zum Seminar „Manipulation – Begriffsbestimmung und Ethische Bewertung” konzipiert und knüpft tlw. an Kenntnisse zum Manipulationsbegriff aus diesem Seminar an.